Storytelling für Blogger

Seit Urzeiten wird das Erzählen von Geschichte eingesetzt – Storytelling –, um Informationen, Ideen und Visionen zu verbreiten und letztendlich das Publikum zu Handlungen aufzufordern, sie es zum Nachdenken, zum Mitempfinden oder zum Kauf eines Produktes. Wenden Sie dieses erfolgreiche Konzept auch auf Ihre Blogbeiträge an, um Ihre Leser emotional zu erreichen. Hierzu sind einige grundsätzliche Formalien, wie die Heldenreise, die Blogger beachten sollten.

Was ist Storytelling?

Im Marketing wird dieses Können als Storytelling, also das bewusste Vermitteln von Inhalten, definiert. Sehen wir Blogs, also Online-Contentplattform, als Möglichkeiten an, dass Personen und Unternehmen ihre Themen und Inhalte dort platzieren, so ist dies der erste Schritt zum Storytelling.

Geschichten als funktionieren als Transportmedium so gut, da sie formal bekannt sind, und das Publikum sich nur noch mit dem Inhalt der jeweiligen Story auseinandersetzen muss. Das Grundkonzept jeder Story, sollte auf die Bedürfnisse der Zielgruppe ansprechen, so dass sie sich mit der Story und deren Figuren (Helden) identifizieren kann. Dieses Mitempfinden (Emotionen) ist der beste Weg, dass Ihre Ziele, die Mitteilungen der Story, unterbewusst im Langzeitgedächtnis des Publikums aufgenommen werden.

Demnach sollten gerade Unternehmensblogs, genauestens ihre Ziele und die Zielgruppe analysieren.

Formale Kriterien jeder Story

Zunächst einmal ist eine Geschichte in einem Anfang, einem Mittelteil und einem Ende aufgebaut. Inhaltlich ist in jeder Geschichte folgende Situation aufzufinden. eine Hauptfigur (Held), die vor einem Problem (Konflikt) steht, das gelöst wird. Somit vollzieht jede Geschichte einen Wandel, so dass die Ausgangssituation bzw. der Held zum Schluss der Geschichte in einer neuen Situation sind.

Blogbeiträge unterscheiden sich nicht von Storys und sollten deshalb auch eine klare Struktur aufweisen:

  • Die Einleitung (Teaser) ermöglich alle Leser in den Beitrag einzusteigen. Sie sollte möglichst prägnant und kurz das Thema auf den Punkt bringen. Zudem sollte die Einleitung natürlich auch neugierig machen und den Leser dazu bringen, den gesamten Artikel zu lesen. Oft wird in der Einleitung wird auf den Konflikt, den es zu lösen gilt, hingewiesen.
  • Der Hauptteil beschäftigt sich mit dem Aufbau der Spannung (wie wird das Problem, der Konflikt gelöst?, welche Hindernisse erfährt der Held bis hin zur Lösung des der anfänglich geschilderten Problemstellung
  • Das Ende sollte dem Leser mit der neuen, durch die Lösung bedingten veränderten Situation vertraut machen. Häufig bietet der Schluss nochmals die Möglichkeit, die eignen Meinung des Verfassers zu betonen und den Leser zu einer Handlung aufzurufen.

Die Heldenreise und Archetypen

Dem Mythenforscher Joseph Campbell viel auf seinen Reisen zu Naturvölkern auf, dass alle Erfahrungen mittels Geschichten austauschten. Zudem bemerkte er bei der Analyse der Geschichten,  dass sie einen ähnlichen Situationsablauf aufweisen und ähnliche Charaktere auftauchen. Dies beschriebt er in der Heldenreise „Der Heros in tausend Gestalten“.

Die Heldenreise ist vielseitig anwendbar und als eine Metapher für unser Leben einzuordnen: Sie symbolisiert den hindernisreichen Weg des Menschen zu sich selbst und gibt uns Methoden an die Hand, mit Veränderungen umzugehen. Das macht sie so interessant für andere Lebensbereiche – weit über Kunst und Literatur hinaus.

Christopher Vogler, Drehbuchautor und Publizist, verfasste in Anlehnung an Campbells Modell der Heldenreise „Die Odyssee des Drehbuchschreibers“ als Anleitung für Drehbuchautoren.

  1. Held der Alltagswelt: Die Heldenreise thematisiert immer einen Konflikt: Ausgangspunkt jeder Reise ist die gewohnte Welt des Protagonisten. Er erledigt seinen alltäglichen Routineaufgaben, ist aber noch kein Held. Seine gewohnte Welt ist nicht perfekt, in ihr bestehen Konflikte, Kriege, Mängel, Diktaturen, Probleme und Aufgaben. Kurz gesagt: Irgendetwas stimmt nicht.
  2. Ruf des Abenteuers: Der Held wird in eine unbekannte Wirklichkeit gerufen und mit Problemen konfrontiert. Bei Harry Potter ist er der Ruf in die ihm unbekannte Welt mystische der Hexer, Gestaltwandler und Zwergen. Oft ist Auslöser dieses Rufes ein Ereignis oder eine innere Stimme, die den Helden auffordern, sich der Aufgabe zu stellen. Dem Helden wird klar, dass er die Reise antreten muss.
  3. Nicht immer folgt der Protagonist sofort dem Ruf des Abenteuers. Es folgt zunächst eine Weigerung: Der Held möchte die Sicherheit des Alltags nicht aufgeben oder nicht genötigt werden, die Aufgabe zu übernehmen. Das Unbekannte Abenteuer ängstigt ihn und er zögert noch.
  4. Ohne Hilfestellung kann der Protagonist das Abenteurer nicht bestehen. Ein Mentor bereitet den Helden auf das Abenteuer vor, gibt ihm Informationen, magische oder technische Hilfsmittel mit auf den Weg.
  5. Überschreiten der ersten Schwelle: Nachdem der Held bereit ist, das Abenteuer auf sich zu nehmen, überschreitet er die erste Schwelle auf seiner Reise. Es gibt kein Zurück mehr. Es meistert erst kleine Hindernisse oder eine Prüfung, um die Reise antreten zu können und die gewohnte Welt zu verlassen.
  6. Bewährungsproben, Verbündete und Feinde: Der Held überwindet erste Hindernisse und besteht Bewährungsproben. Er trifft dabei auf Verbündete und Feinde.
  7. Vordringen zur tiefsten Höhle und die entscheidende Prüfung: Nun dringt der Held zum gefährlichsten Teil der Reise vor, bis „zur tiefsten Höhle“, wo er seinen größten Feind trifft.
  8. Die Belohnung: Der Held hat die größte Herausforderung gemeistert und wird belohnt. Im Falle von Harry Potter haben die „Guten“ gewonnen und die Welt wird von der unterdrückenden bösen Macht befreit.
  9. Der Held kehrt von den Toten zurück: Im Laufe der Prüfung „stirbt“ der Held, oft auch nur symbolisch, wie beispielsweise Gandalf der Graue aus „Der Herr der Ringe “, der nach seinem Kampf mit Saruman als Gandalf der Weiße zurückkehrt.
  1. Der Rückweg und die Auferstehung des Helden: Der Held tritt den Rückweg an. Er muss sich den Konsequenzen stellen, die sich aus dem Bestehen des Abenteuers ergeben, Hat sich sein Alltag, seine gewohnte Welt, verändert? Muss er sich von seinen Reisegefährten verabschieden? Auch während der Rückreise des Helden kann unerwartetes geschehen, beispielsweise hat der Prinz den Drachenbesiegt und einen Schatz geborgen, den ihm nun Diebe entwenden möchten.
  2. Der Held kehrt in seine Alltagswelt zurück: Die Rückkehr des Helden ist immer mit einer Veränderung verbunden; er kehrt verändert in eine seinen neuen Alltag.

Schauen Sie sich Harry Potter nach Campbells Modell der Heldenreise an:

Harry Potters Heldenreise nach dem Modell von Joseph Campbell

Nun liegt es an Ihnen die einzelnen Schritte der Heldenreise mit Ihren eigenen Geschichten zu füllen und Ihr Publikum zu begeistern.

Schreibe einen Kommentar