Rückblick zur re:publica #rp19

Ich muss gestehen, dass ich den Kongress re:publica seit drei Jahren nicht mehr besucht habe. Es schlich sich eine Müdigkeit ein. Doch dann habe ich eine Eintrittskarte bei der Verlosung der Digital Media Woman (#DMW), sie haben eine Medienkooperation auf der Media Convention 2019, auf dem #DMW-Blog gewonnen und freute mich auf eine Rückkehr!

Meine Favoriten der #rp19

Obwohl ich mich emotional als „Fremdkörper“ auf dem Digitalkongress fühlte (die Begründung erfolgt weiter unten), waren die drei Kongress-Tage ganz und gar nicht verloren: Einerseits traf ich viele Menschen wieder oder lerne neue Menschen kennen (#networking pur) und andererseits haben mich überfüllte Räume in nicht geplante Vorträge und Workshops geschupst, die Einblicke in so manche überraschende Themengebiete ermöglichten.

  • Meine Favoriten waren neben der Tag zur Smart City „Future Living Berlin – heute schon in der Zukunft leben“ von Sven Schmittbüttner und Dr. Christin Kreutzburg-Sütterlin im Daimler-Truck Lab 1886.
  • Die Session von Guy Kawasaki mit „The Art of Innovation“ im selbigen Truck.
Guy Kawasaki auf der re:publica 2019

Daimler-Ambassador Guy Kawasaki auf der re:publica 2019 im LAB 1886.

  • Ein Workshop zu Design Thinking von Laura Müller,die mit ihrem kurzweiligen und sehr inspirierenden Workshop „Show Don’t Tell“ in das „Creative Prototyping for Non-Designers“ einführte.
  • Wie immer begeisterte mich der Vortrag von Gunter Dueck „Identifikation von Bullshit und Wert“.
  • Der Vortrag zu „Zeichen der Zeit: Emojis als visuelle Sprache aus Perspektive der Designforschung“ über die sprachwissenschaftliche Bedeutung von Emojis von Nicole Christ hat mich begeistern.

Nach jahrelanger Abstinenz sind mir folgende Dinge aufgefallen!

Wie bereits zuvor angedeutet, hatte trotz vieler interessanter Dinge die 13. Digitalkonferenz für mich persönlich einen „faden“ Beigeschmack.

  1. Das re:publica-Publikum wird alt! Ja, ich gehöre auch zu den über 50-jährigen, aber mir fehlte bei dieser Digitalkonferenz – im Vergleich zu weiteren Konferenzen – die gesunde Mischung. Und hierbei geht es nicht um die passenden Mischung von Männern und Frauen, sondern auch die gesunde Mischung im Themenbereich Alter. Interessieren sich junge und junggebliebene Menschen nicht mehr für Netzpolitik? Phänomene wie Greta mit dem #FridaysForFuture und Demonstrationen gegen den Artikel 13 sowie Upload-Filter belegen das Gegenteil. Ja, ich kam mir teilweise vor, wie bei einem Besuch eines Punkkonzerts mit „gealterten“ Punkern der “First Generation“. In vielen Talks und Diskussionen wie Vorträgen wurde das Altersthema aufgegriffen. So auch der sehr interessante Vortag zum Thema Smart City: „Future Living Berlin – heute schon in der Zukunft leben“ in dem Lösungen zu mobilen smarten City vorgestellt wurden, von denen Menschen aller Altersgruppen profitieren können.
  2. Medienthemen wurden überrannt: Gleichzeitig mit der re:publica trafen sich Menschen aus der deutschen Medienbranche zur Media Convention Berlin (#MCB19). Obwohl fast gleichzeitig gelegte OMR in Hamburg (Soll dies eine Kampfansage sein?) viele Besucher anzog, waren viele Session der Media Convention zu voll. Einer der meisten Sätze waren bei den für mich interessanten Session dann auch: Wegen #overcapacity kein Eintritt mehr! Dies gilt auch für den Media Cube: Der Raum der DMW war zu klein.

Fazit

In vielen Kulturen gilt die dreizehn als Unglückszahl. Bei mir warf die dreizehnte Veranstaltung auf, ob sich die re:publica als Digitalkonferenz überholt hat?

Die für mich relevanten Themen, die auch beruflich einen Mehrwert darstellen, wie sie die Fachkonferenzen im Programm anboten, waren leider zu voll. So ist mein persönliches Fazit, dass ich wieder pausieren werde und viele interessante Beiträge mir auf YouTube ansehen, werde.